Pipeline
Aufgrund des Klimawandels schrumpft der Rhône Gletscher immer weiter zusammen. Das wird zum Problem für die Atomkraftwerke, die aus dem gleichnamigen Fluss ihr Kühlwasser beziehen. Durch eine Süßwasserpipeline von einer Entsalzungsanlage an der
Atlantikküste zu den Atomkraftwerken soll das Problem gelöst werden. Deren Bau durch eine deutsche Firma kommt nur langsam voran und kämpft mit großen Widerständen in der Bevölkerung. Als eine neugebaute Pumpstation in Flammen aufgeht, wird Cecilia Thoma zur Krisenintervention nach Avignon beordert. Die Kommunikationsexpertin soll zwischen den verschiedenen Parteien vermitteln und den geordneten Fortgang des Projekts sicherstellen. Zunächst wird jedoch alles noch chaotischer. Als Cecilia bedroht wird, beginnt sie selbst nach den Ursachen des Widerstands zu suchen und ist überrascht von ihren Erkenntnissen. – Das Setting ist sehr realistisch und arbeitet mit aktuellen Themen. Dadurch kommt bereits Spannung auf, die sich durch die schrittweisen Erkenntnisse der beteiligten Personen immer weiter steigert. Zwischen den Charakteren herrscht eine gute Dynamik und es macht Spaß, sie zu beobachten, wie sie das Puzzle immer weiter zusammensetzen. Das Ende bietet einen runden und zufriedenstellenden Abschluss.
Julian Schirm
rezensiert für den Borromäusverein.
Pipeline
Lucas Fassnacht
ars vivendi (2026)
351 Seiten
kt.