Mit einem Fuß im Paradies
Holland Winchester ist ein in Seneca bekannter Schläger. Als er eines Tages verschwindet, ist seine Mutter überzeugt davon, dass er von Billy Holcombe, einem Farmer in der Nachbarschaft, ermordet wurde. Sheriff Will Alexander erzählt sie, dass ihr
Sohn etwas mit Amy hatte, der Frau von Billy. Doch Alexander kann den Mord nicht beweisen, da keine Leiche zu finden ist. Tatsächlich hat Billy die Tat begangen. Amy hatte sich mit Holland eingelassen, um ein Kind von ihm zu bekommen, da Billy unfruchtbar ist. Als sie schwanger wird, will sie nichts mehr von Holland wissen. Holland stellt Amy weiter nach und wird von Billy erschossen. Einzig die Tatsache, dass es Billy gelingt, die Leiche unauffindbar zu verstecken, rettet ihn vor dem Elektrischen Stuhl. Doch Jahre später, kurz bevor das Tal, in dem sie leben, durch die Öffnung eines Stausees geflutet wird, bricht das Lügengebäude in sich zusammen. – Die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte Handlung verknüpft die Schicksale der Menschen einer ländlichen Gemeinde in South Carolina miteinander und lässt die Träume und Ängste der Beteiligten ineinandergreifen. Das Buch erinnert in seiner einfachen Sprache und in den Schilderungen der Natur, in die die authentisch gezeichneten Charaktere eingebettet sind wie in eine unabwendbare Kraft des Schicksals, an Carson McCullers oder John Steinbeck.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Mit einem Fuß im Paradies
Ron Rash ; aus dem amerikanischen Englisch von Gottfried Röckelein
ARS VIVENDI (2026)
252 Seiten
fest geb.