Leopeule
Im Nest der Euleneltern liegen fünf Eier. Eines davon ist ein ganz besonderes Ei. Es ist größer als die anderen, gelb und hat dunkle Flecken. Die Euleneltern staunen nicht schlecht, als bald darauf ein seltsam struppiger Vogel aus dem Ei schlüpft.
"Wie siehst du denn aus?" begrüßen sie ihn. Ja, der kleine Vogel sieht wirklich anders aus als die anderen, sein Gefieder ist gelb und dunkel gefleckt. "Das ist keine Eule, das ist eine Leopeule" sagt der Eulenexperte Professor Uhu. Die kleine Leopeule sieht nicht nur seltsam aus, sie ist auch anders als die anderen. Sie ist ängstlich, kann nicht hüpfen, nicht fliegen oder singen. Wenn alle anderen vergnügt durch die Gegend flattern, trottet sie traurig hinterher und lässt die Flügel hängen. "Sie ist die einzige, die besonders ist, aber nichts Besonderes kann", heißt es. Dann aber sieht sie als Einzige den Fuchs, der sich gerade anschleicht. Und plötzlich entdeckt Leopeule eine ganz besondere Fähigkeit, mit der es ihr gelingt, den Fuchs in die Flucht zu schlagen. Ein Bilderbuch übers Anderssein und die Fragen nach dem "Wer bin ich?" Für Kinder ab vier Jahren.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Leopeule
Nina Hundertschnee ; Illustrationen: Pe Grigo
Dragonfly (2020)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4