Wenn heute unser Morgen wäre
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine der Lieblingsverfilmungen der sechzehnjährigen Grace – nicht ohne Grund. Sie pflegt enge Freundschaften und hat eine innige Verbindung mit ihren Eltern, liebt Musik, genießt intensiv, bekommt aber
immer wieder Panikattacken. Ganz anders der arrogant auftretende gleichaltrige Callum: Er hat die Musik aus seinem Leben verbannt, nimmt sich wenig Zeit für seinen einzigen verbliebenen Freund Will, erlaubt sich keine tiefgründigen Lebensfragen und lebt nur für seine zukünftige Anwaltskarriere in den Fußstapfen seines distanzierten Vaters. Im Rahmen eines Schulprojekts müssen sich Grace und Callum zusammenraufen und zu zweit einen Song schreiben. Nach und nach schälen sich in den teils von Grace, teils von Callum erzählten Episoden alle Hintergründe heraus. Callum lernt, Gefühle wieder zuzulassen und die beiden entwickeln tiefe Zuneigung zueinander. Beide müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen. Callum und Will wachsen in den kleinen Freundeskreis von Grace hinein. Die Jugendlichen sind füreinander da mit Lachen, Weinen und Selbstironie, wachsen an- und miteinander. Ähnlich einsetzbar und mit ähnlicher Thematik wie der eingangs zitierte Titel, geschrieben von einer Autorin mit einschlägiger eigener Erfahrung. – Gerne empfohlen für Jugendliche, die mehr als reine Unterhaltung suchen.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn heute unser Morgen wäre
Sophie Herbst
dragonfly (2025)
330 Seiten
kt.