Das amazon-Geheimnis
Zwei bedeutende Insider von „amazon“ berichten quasi aus erster Hand sachlich und zugleich unterhaltsam von dessen Unternehmenskultur. Colin Bryar begann als technischer Berater seines Chefs Jeff Bezos. Bill Carr leitete als Vizepräsident das
Digitalgeschäft. Auch, wenn man nicht vorhat, die ausgesprochenen Ratschläge zur Gründung eines eigenen Unternehmens anzuwenden, ist es dennoch für Laien sehr reiz- und eindrucksvoll zu sehen, welche Prinzipien für „amazon“ grundlegend waren. Für die Einführung neuer Produkte brauchte es vor allem Menschen, die vom Kundenerlebnis besessen sind und weiterhin sein wollten. Daraus entstanden Fragen: Was will der Kunde? Welche Erfahrungen hat er? Wie hoch ist der Bedarf? usw. Die beiden Autoren haben eine Vielzahl von Empfehlungen zusammengestellt, z. B. unabhängige Projektteams zu bilden und sie Berichte schreiben zu lassen. Power-Point-Präsentationen seien veraltet, viel zu aufwändig und schwer lesbar. 6-seitige Kurzberichte und FAQs brächten mehr. Weitere Ratschläge zur Umsetzung des „Amazon-Spirits“: Kritik aller Beteiligten ertragen! Sich auf Input- statt vorwiegend Outputzahlen konzentrieren! Langfristigen Erfolg mehr schätzen als das schnelle Geld oder coole Jobtitel! Risikofreude und Offenheit für die Ideen von Mitarbeitern belohnen! - Das Buch ist interessant für alle, die mehr über Managementmethoden wissen wollen und damit liebäugeln, selber mal ein größeres oder kleineres Unternehmen zu gründen. Beide Autoren meinen zudem, dass sich die Ratschläge auch auf Aufgaben außerhalb geschäftlicher Rahmenbedingungen anwenden lassen, z.B. für Non-Profit- oder kommunale Organisationen.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Das amazon-Geheimnis
Colin Bryar & Bill Carr ; aus dem amerikanischen Englisch von Johanna Wais
HarperCollins (2021)
383 Seiten : Illustrationen, Diagramme
fest geb.