Vaterland

Karl steigt in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches schnell die Karriereleiter hinauf, wird stolzer SS-Mann, dient zunächst in Berlin in der Ehrenkompanie und hält Wache vor der Reichskanzlei und der Führerwohnung. Er erzählt Vaterland seinem Sohn Michael aber auch vom brutalen Kriegsgeschehen, wo er 1942 schwer verwundet wird. Halbseitig gelähmt kommt er nach Hause zurück. Wegen seiner positiven Einstellung zum Nationalsozialismus hasst Michael seinen Vater. Andererseits träumt er in den 60er-Jahren nun selbst seine eigene Zeit und Ideologie und schwärmt vom Kommunismus (in seinem löchrigen Parka und mit seinen schulterlangen Haaren). – Dieter Bongartz schildert die Auswirkungen von Gewalt und Totalitarismus. Besonders muss auf seinen ungewöhnlichen sprachlichen Erzählstil hingewiesen werden, denn nach seinen eigenen Worten schreibt er im persönlichen „Zeilenfall und eigener, freier Zeichensetzung und Interpunktion.“ Bis zu seinem Tod leitete der Lyriker, Drehbuchautor und Filmemacher Bongartz die „Kölner Schreibschule für Jugendliche.“

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Vaterland

Vaterland

Dieter Bongartz
März (2025)

271 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623024
ISBN 978-3-7550-0060-0
9783755000600
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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