Nacht über Soho
London 1926: Die taffe Bibliothekarin Gwendolen Kelling kommt aus York, um zwei ausgerissene Mädchen mit Träumen von einer großen Tanzkarriere zu suchen. Gleichzeitig wird die große und berühmte Nachtclubbesitzerin Nelly Coker (historische Anlehnung
an Kate Meyrick) aus der Haft entlassen. Sie muss sich gegen die Übernahme ihrer Macht durch rivalisierende Banden, einen korrupten Polizisten und einen italienischen Verbrecher behaupten. Dabei stehen ihr ihre sechs Kinder zur Seite, die mehr oder weniger ihre eigenen Ziele verfolgen. Gwendolen trifft auf den neuen melancholischen Inspektor Frobisher, der mit Fällen toter Mädchen, die die Themse anspült, betraut ist. Sie lässt sich von ihm in den Coker-Clan einschleusen und auf ein gefährliches Spiel ein. – Kate Atkinson zeichnet in ihrem Roman eine Vielzahl plastischer Figuren mit ambivalenten Charakteren, beschreibt die damalige Zeit lebensnah, ungeschminkt und mit einer Prise Humor. Es ist ein vielfältiger Roman über Bindungen, Beziehungen und Loyalität entstanden, der ein gelungenes Zeitporträt Londons in den zwanziger Jahren im Bandenmilieu mit spannenden Detektivelementen widerspiegelt. Allen Büchereien zu empfehlen
Elisabeth Kemper
rezensiert für den Borromäusverein.
Nacht über Soho
Kate Atkinson ; aus dem Englischen von Anette Grube
DuMont (2025)
526 Seiten
fest geb.