Moosland

Elsa und Gerda reisen 1949 wie hunderte weitere Frauen aus Deutschland nach Island, wo sie in der Landwirtschaft arbeiten sollen. Die Verständigung mit dem Bauern, seiner Frau und den zwei Söhne ist aufgrund der fremden Sprache nahezu unmöglich, Moosland und dass Elsa eine scheue, ernsthafte Frau ist, an der schlimme Erlebnisse aus der Vergangenheit nagen, macht das Integrieren nicht einfacher. Ohne Sprache bleibt ihr das Beobachten und Wahrnehmen der Menschen und der Natur, die sie umgeben. Sie hilft beim Heuen, lernt Reiten und vor dem Winter begleitet sie die Männer in die Berge, um die Schafe zurück zum Hof zu holen. Die Brüder bemühen sich zurückhaltend um Elsa, die langsam das karge Leben und die beeindruckende Landschaft zu schätzen lernt. Auch der Familie mit ihren Sorgen und Nöten fühlt sie sich mehr und mehr verbunden. Eine latente Spannung entsteht durch Hinweise auf eine Tochter der Bauersleute und die Frage nach deren geheimnisvollen Verbleib. Wird Elsa wie viele der deutschen Frauen am Ende der befristeten Arbeit verheiratet sein und nicht mehr nach Deutschland zurückkehren? – Atmosphärisch dicht, mit ruhiger unter die Haut gehender Sprache fesselt der Roman von der ersten bis zur letzten Seite. Das Cover besticht durch ein pastellfarbenes, heiteres Landschaftsaquarell. Unbedingte Empfehlung für alle Büchereien.

Gabriele Berberich

Gabriele Berberich

rezensiert für den Borromäusverein.

Moosland

Moosland

Katrin Zipse
DuMont (2026)

223 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624674
ISBN 978-3-7558-0071-2
9783755800712
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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