Das Gurkerl
Es ist schon etwas irritierend, wenn die Meinung der Rezensentin - die dieses Buch gelangweilt hat und die die Illustrationen, nun ja, ebenfalls langweilig fand - mit 2 Preisen bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur kollidiert. Da kommt man
ins Grübeln. Die Geschichte an sich ist ziemlich lustig: Ein Spritzer Gurkenwasser ins Auge eines Redakteurs führt zu dessen persönlichem Feldzug gegen das Gurkerl an sich. Inklusive öffentlicher Debatte und teilweisem Verbot der Essiggurken. Aber auch inklusive einer Traumszene(?), in der die Gurkenpflanze den Ich-Erzähler umrankt und er im Krankenhaus aufwacht. Nun liest man allerorten von „feinster Ironie“, „Satire über eine neue Art der Empörungskultur“, „aktueller Gesellschaftsanalyse“, „humoristischer Aufarbeitung“. Da hat die Rezensentin wohl etwas nicht verstanden und jeder muss sich selbst eine Meinung bilden, ob das schmale, kleine Buch nun langweilig oder preiswürdig empfunden wird.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Gurkerl
Johanna Sebauer ; illustriert von Nikolaus Heidelbach
DuMont (2026)
57 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.