Komm, wir fangen die Zeit, sagte der Bär
Der Frosch wartet darauf, dass der Bär endlich mit seiner Arbeit fertig wird, denn er möchte mit ihm etwas ganz Verrücktes machen. Der Bär aber bittet darum, ihm noch etwas Zeit zu geben, was den Frosch zu der spitzfindigen, fast philosophischen
Feststellung veranlasst, dass man die Zeit dazu ja zunächst einmal anfassen können muss. Damit nimmt die Weggeschichte ihren Anfang – der Bär möchte dem Frosch zeigen, wie man Zeit sichtbar machen kann. Der ungeduldige Frosch will weiterhin alles jetzt und sofort, ihm fehlt das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und für den Moment. Am Ende präsentiert der Bär ihm kleine Erinnerungsstücke von ihrem ereignisreichen Weg und der Frosch versteht, dass die Zeit im Erleben und in der Erinnerung messbar und vorstellbar wird. – Das Geschehen wird in vielen kleinen Szenen bei reduzierter, zarter Farbgebung illustriert, der dialogreiche Text ist sehr umfangreich. Das Buch stellt eine sehr gelungene Annäherung an das für die meisten Kinder schwierige Thema "Zeit" dar, ist aber keine "leichte" Kost und bedarf eines vertieften Interesses. Indirekt wird auch das Thema "Alter" angesprochen – die gemeinsam erfüllte und gelebte Zeit ist das, was bleibt und zufrieden macht. Gut ausgebauten Beständen empfohlen, für Kinder ab 5 Jahren.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Komm, wir fangen die Zeit, sagte der Bär
Anke Faust
Rotfuchs (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5