Das Laute im Leisen
Aufgewachsen in Berlin sucht sich die zurückhaltende Renée im Jahr 1979 das kleine Städtchen Weimar als Studienort aus. Sie stammt aus einfachen, bildungsfernen Verhältnissen und ist glücklich, zu ihrem Traumfach Architektur zugelassen worden
zu sein. Gleich zu Beginn lernt sie Uta kennen und ist hingerissen von deren Selbstbewusstsein. Utas Vater hat ebenfalls in Weimar studiert, ist inzwischen ein erfolgreicher Architekt in Rostock und bestens bekannt mit dem Seminarleiter der Uni, Herrn Dr. Riemer. Die beiden jungen Frauen freunden sich trotz ihrer Unterschiede an, jedoch geschehen Dinge, die Renée an der fehlenden Loyalität und Ehrlichkeit von Uta verzweifeln lassen. Sie kennt jedoch auch die andere Uta, eine beste Freundin, auf die sie sich verlassen kann und macht sich große Sorgen um ihr Wohlergehen. Trotz der bitteren Erfahrungen hält Renée in bemerkenswerter Weise an der Freundschaft fest und muss erkennen, dass Uta ein trauriges Geheimnis verbirgt. Dr. Riemer scheint mehr zu wissen, aber kann er der jungen Frau helfen? – Die Autorin Michaela Beck hat ebenfalls Architektur in Weimar studiert und so enthält der Roman authentische Einblicke in das Studentenleben in der DDR. Er ist locker und unterhaltsam geschrieben und empfehlenswert für alle Büchereien.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Laute im Leisen
Michaela Beck
Lübbe (2024)
365 Seiten
fest geb.