Die große Sehnsucht
1996 in einer Stadt am Bodensee. Die Schüler einer Gymnasialklasse zeigen wenig Interesse am Unterricht. Vielmehr beschäftigen sie sich mit Schwärmereien für die Mädchen und mit ihren zum Teil noch ziemlich unrealistischen Vorstellungen von dem,
was die Zukunft nach der Schule bringen wird. Raphael möchte sich an der Filmhochschule bewerben und später in Amerika bedeutende Filme machen. Andere geben sich cool und prahlen mit ihren ersten sexuellen Erfahrungen, meist ohne wirklichen Hintergrund. So vergeht die Zeit, der öde Schulalltag zieht sich hin, die eine oder andere Party verläuft ohne echten Spaß, aber mit viel Alkohol. Es kommt dabei zu einem unerwarteten Zwischenfall, der aber wenige Spuren bei den Mitschülern hinterlässt. Einer von ihnen, von dem niemand wusste, dass er an Epilepsie leidet, trinkt zu viel, bekommt einen Anfall und erstickt an seinem Erbrochen. Später lehnt nicht nur die Theater-AG das Erstlingswerk von Raphael, der sich schon als berühmten Dramatiker und Regisseur sah, ab. Auch die Bewerbung an der Hochschule verläuft erbärmlich im Sand. – Ein Buch, das v.a. Jugendliche ansprechen könnte, vielleicht in Teilen deren Lebenswirklichkeit widerspiegelt und sich auch sprachlich und inhaltlich auf dieser Ebene bewegt.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die große Sehnsucht
René Sydow
Lübbe (2024)
318 Seiten
fest geb.