Die Totenklägerin
Im fiktiven Reuth im Bayerischen Wald, kurz vor der tschechischen Grenze, arbeitet Matilda Rizzo seit einem halben Jahr als Trauerrednerin. Die ehemalige Anwältin mit italienischen Wurzeln sieht ihre Arbeit als Dienst an den Toten, um ihnen Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen. Als die vorlaute, zwölfjährige Jackie aus dem Dorf Matilda beauftragt, eine Trauerrede für die Mutter ihrer Nachhilfelehrerin zu halten, stößt sie auf eine Familiengeschichte voller Entbehrungen, Verzweiflung und Machtspielchen. Das löst auch bei ihr böse Erinnerungen an ihre Kindheit aus und Mathilda arbeitet umso überzeugter an der Aufdeckung von Oma Resis Todesumständen. – Dieser Krimi kommt ganz ohne Polizei aus, dafür wartet er mit einer energischen privaten Ermittlerin auf, die klug und meinungsstark den Fall aufklärt. Spannend, mit zahlreichen Wendungen und einem überraschenden Ende – ein toller Krimi, der das schwierige Thema des assistierten Suizids beleuchtet und im Nachwort wichtige Denk- und Diskussionsanstöße dazu gibt. Sehr gerne empfohlen!
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Totenklägerin
Greta Jung
Bastei Lübbe (2026)
352 Seiten
kt.