Home Story
Ein abgelegener Selbstversorgerhof, dessen Bewohner bis aufs Äußerste zusammenhalten und trotzdem von gegenseitigem Misstrauen zerfressen werden. Ein jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte und Geheimnisse, die es zu schützen gilt. Dadurch ist
es besonders interessant, dass man als Lesender die Perspektive von fast allen Bewohnern erhält und so immer wieder hinterfragen muss, wie zuverlässig die wechselnden Erzähler sind. Zu Beginn entstehen allerdings einige Längen, da der Wechsel zwischen der Vielzahl an Erzählperspektiven sehr anstrengend ist. Das vorangestellte Personenregister schafft hier jedoch Abhilfe. Nach und nach gelingt es der Autorin, den meisten Charakteren Tiefe zu verleihen und die Unterscheidung fällt zunehmend leichter. Man fiebert immer mehr mit, obwohl keiner der Charaktere wirklich sympathisch erscheint. Zum Spannungsaufbau tragen auch die stetig kürzer werdenden Kapitel bei, die das schneller werdende Erzähltempo spiegeln. Insgesamt kann es beim Lesen des Buches somit zu kleineren Startschwierigkeiten kommen, für Thrillerfans stellt das Buch jedoch eine klare Empfehlung dar.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Home Story
Cleo Konrad
Lübbe (2026)
509 Seiten : Illustration (farbig), Karte
kt.