Bestie
Eigentlich sucht Delia nur eine neue Bleibe. Als sie dann eines Tages ausgerechnet in der Wohnung von Influencerin Anouk landet, der sie schon lange in den sozialen Netzwerken folgt und die sie bewundert, versucht die unscheinbare junge Frau alles,
um von ihr als neue Mitbewohnerin auserkoren zu werden. Dazu gehört auch, eine völlig andere Version von sich selbst zu vermarkten. Aus Delia wird Lilly, ambitioniert, erfolgreich, extrovertiert, mit guten Kontakten zur Medienwelt. Anouk glaubt ihren Lügen, erhofft sich einen Vorteil für ihre eigene berufliche Zukunft. Das Konstrukt für den Start ihrer Wohngemeinschaft und Freundschaft könnte nicht wackliger sein und läuft auf ein unweigerlich tragisches Finale zu, in dem alle Heimlichkeiten und Unwahrheiten aufgedeckt werden und das die Beziehung der beiden Frauen auf die Probe stellt. – Joana June stellt sich in ihrem Erstlingsroman einer Zugehörigkeitsproblematik sowie Erfolgsdruck und der Frage, ob und wie echte Freundschaft zwischen diesen Themen stattfinden und bestehen kann. Eine leicht zu lesende Lektüre, abwechselnd aus der Sicht beider Frauen erzählt, die sich vor allem an jüngere Leser*innen wendet, aber problemlos von allen anderen Altersgruppen gelesen werden kann.
Vera Lang
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bestie
Joana June
pola (2025)
333 Seiten
kt.