Kunst interessiert keine Sau ...
Entgegen dem provokanten Titel interessieren sich sogar sehr viele Menschen für Kunst, haben aber, besonders wenn es sich um Werke der Moderne handelt, oft das Gefühl der Überforderung. Was der Künstler uns mit seiner Arbeit sagen wollte, scheint
sich der altbewährten kunstgeschichtlichen Hermeneutik zu entziehen. Gefragt ist oft der erste, unverstellte Blick, die spontane Reaktion. Sich mit dieser individuellen, impulsiven und unakademischen Haltung der Gegenwartskunst zu nähern, ist ein Erfolg versprechender Weg, wie die Autorin in 20 Kurzkapiteln belegt. Denn die Werke etwa von Beuys, Bruce Naumann oder Katharina Grosse haben auch viel mit unserer Alltagswelt und mit Gegenwartsthemen zu tun. Zwar werden auch knapp gehaltene Hintergrundinformationen geboten, aber sie wirken mehr wie Hinweisschilder, wohin die Interpretation sich entwickeln könnte. Denn oft gilt: "Man braucht kein Vorwissen, allenfalls Humor." Mit dieser selbstbewussten Attitüde kann Kunst neu betrachtet und erklärt werden - als etwas, das mit uns und unserem Leben zu tun hat. Denn - so David Shrigley - "Für mich ist Kunst all die Dinge, die nichts sonst sind. (...) Kunst kann also gewissermaßen alles sein."
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Kunst interessiert keine Sau ...
Sandra Danicke
Belser (2011)
88 S. : zahlr. Ill. (farb.)
fest geb.