Kunst versteht keine Sau ...

Eine Küche wird von Kartoffeln angegriffen. Ein tiefer Riss zieht sich durch den Boden der Londoner Tate Modern. Ein Prada-Laden dämmert in der texanischen Wüste vor sich hin. Ein Zimmermädchen schnüffelt sich durch die Koffer von Hotelgästen. Kunst versteht keine Sau ... Die Werke von zeitgenössischen Künstlern mögen auf den ersten Blick mit unserem Verständnis von Kunst wenig zu tun haben und völlig unverständlich sein. Aber - und das ist der Impuls für dieses Buch - auch sie bergen Mysterien in sich wie die Porträts der Renaissance oder die barocken Stillleben. Wenn unser (Berufs-)Alltag bestimmt wird von schneller Informationsverarbeitung, so setzen, so die These, zeitgenössische Künstler auf Langsamkeit, auf das Innehalten und das schrittweise Herantasten an Sinn und Bedeutung von Kunst. Dass also Anna und Bernhard Blume, Doris Salcedo, Elmgreen und Dragset oder Sophie Calle außergewöhnliche Fotografien, Installationen und Performances entwickeln, die unsere Art von Kunstbetrachtung, ja unser Verständnis von Kunst überhaupt untergraben, hat immer auch etwas mit unserem Lebensrhythmus und unserer Weltvorstellung zu tun. Dieses Kunstbuch versucht eine Vermittlung (wie schon der erste Band "Kunst interessiert keine Sau", BP/mp 11/573) und setzt dabei auf aussagekräftige Abbildungen und vor allem auf informative, wie gesprochen wirkende Texte. - Ein nützliches Handbuch also, das der Rezeption zeitgenössischer Kunst sehr dienlich ist.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Kunst versteht keine Sau ...

Kunst versteht keine Sau ...

Sandra Danicke
Belser (2012)

64 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 571346
ISBN 978-3-7630-2613-5
9783763026135
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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