Jojo, elf und ein Viertel
Jojo ist elf – und ein Viertel – und steht am Beginn der Pubertät. Einerseits ist er noch Kind, andererseits fühlt sich der Alltag bereits anders an: wenn er Agatha begegnet, wenn er mit seinem Zeichenlehrer an seinen Bildern arbeitet oder nach
dessen Schlaganfall Verantwortung übernimmt. Jojo erzählt von seinem Schulalltag, seiner Familie, den Theaterproben und dem Basketballplatz. Doch dann verändert sich alles. Der Tod seiner Großmutter wird für ihn zu einer schmerzhaften Erfahrung und fühlt sich zugleich wie das Ende seiner Kindheit an. Seine Lehrerin Köpfchen hat sich für ihre Schüler eine besondere Aufgabe ausgedacht: Jedes Kind soll vor der Klasse ein persönliches Problem vorstellen, das es aus der Welt schaffen möchte – etwas, das nervt. Jojo sieht kein Problem und beschäftigt sich dennoch mit dem Sinn des Lebens. – In einem authentischen Gedankenstrom begleiten die Leser:innen Jojo auf seiner Suche nach dem eigenen Weg. Flapsige, pointierte Dialoge bringen Leichtigkeit in Jojos manchmal sprunghafte Gedankenwelt. So entsteht das lebendige Porträt eines Jungen, das mit feinem Gespür für die Zwischentöne von der vielfach ausgezeichneten Autorin Iva Procházková erzählt wird. Die zehn Kapitel sind mit Großbuchstaben überschrieben und werden jeweils von einer stichpunktartigen Vorausschau begleitet. Große Themen brauchen ein besonderes Buch. Das hier ist so eines.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Jojo, elf und ein Viertel
Iva Procházková ; aus dem Tschechischen von Ferdinand Hauser
ueberreuter (2026)
313 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10