Die Stadt aus Gold und Silber
Obwohl der König von Awadh, dem reichsten Königreich Indiens Mitte des 19. Jh., alle Bedingungen der britischen Besatzer erfüllt, droht ihm seine Entmachtung. Kaum ist er nach England aufgebrochen, um bei Königin Viktoria seine Rechte einzufordern,
annektiert die Ostindiengesellschaft sein Reich. Hilflos sind die Menschen von Awadh der Willkür der Briten ausgeliefert. Bibliotheken, Tempel und Paläste werden geplündert, entweiht und vernichtet. Doch als die vierte Ehefrau des Königs, Hazrat Mahal, zur Interimskönigin ihres Volkes gewählt wird, legt diese engagierte, intelligente Frau den Grundstein für die 100 Jahre später erkämpfte Autonomie Indiens. Ein historischer Überblick im Epilog und ein Glossar der im Roman verwendeten indischen Begriffe lassen auf eine gute Recherche der Autorin schließen, die selbst von einem indischen Radscha abstammt. Gekonnt verwebt sie die Lebensgeschichten ihrer authentischen Figuren mit historischen Fakten, sodass ein realistischer Plot entsteht. Die einfache Sprache und das bei uns kaum bekannte Thema machen das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. (Übers.: Doris Heinemann)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Stadt aus Gold und Silber
Kenizé Mourad
Blanvalet (2012)
444 S. : Kt.
fest geb.