Strom
Fiora, eine junge Frau, lebt in einer öden Siedlung umgeben von Sand, Hitze und Geröll. Dort fristet sie ein entbehrungsreiches Dasein in einer postapokalyptischen Welt, ungeliebt und angefeindet auf Grund ihrer dunklen Hautfarbe. Sie möchte bei
Meister Konstantin eine Ausbildung machen, merkt aber bei der Prüfung, dass eine besondere Energie, Strom, in ihr fließt. Ihr Leben ändert sich, als der Händler Faradas in das abgelegene Dorf kommt. Fiora beginnt, ihre Sicht auf die Welt zu überdenken, und möchte herausfinden, wer sie wirklich ist. Deshalb verlässt sie ihre Halbschwester Mara und reist unter großen körperlichen Strapazen und Entbehrungen dem Händler hinterher. – Robin Hill, das Pseudonym des Thriller-Autors Lucas Fassnacht ("Die Mächtigen", BP/mp 21/382), schreibt mit "Strom" seinen ersten Fantasy-Roman und erzählt fast ausschließlich aus Fioras Sicht, wobei die anderen Charaktere etwas unbedeutend und verschleiert erscheinen. Der Einstieg ins Buch ist holprig und Informationen zum Fortgang fließen spärlich, sodass sich die Lesenden nur schwer in diese eigenartige Welt hineinversetzen können. Das im Klappentext angekündigte Thema KI taucht ziemlich spät auf und ist nicht immer leicht verständlich, wobei die Mischung aus ausgereifter Technologie und dem Fehlen eben dieser gut gemacht ist. Es ist ein sehr spezielles, meist düsteres Buch mit brutalen Szenen. – Für größere Büchereien mit Jugendlichen, die sich für dystopische Themen interessieren, sicher gut geeignet.
Elisabeth Kemper
rezensiert für den Borromäusverein.
Strom
Robin Hill
penhaligon (2024)
459 Seiten
kt.