Was von Jesus übrig blieb
Es sind nicht der Heilige Rock von Trier, das Turiner Leichentuch oder der Schleier von Manoppello, die den Leser in Erstaunen versetzen, sondern die vielen, auch im deutschsprachigen Raum vorhandenen Herrenreliquien, wie Heu und Stroh von der Krippe,
Kana-Krüge, das Tuch vom Abendmahlstisch, der Abendmahlskelch, Nägel und Holz vom Kreuz Christi, die Windeln Jesu, Partikel von der Dornenkrone bis hin zur Nabelschnur und der Vorhaut Jesu. Dem Autor, evangelischer Pfarrer und Professor für Christliche Archäologie, geht es in dieser Reliquienkunde nicht um Echtheit oder Fälschung, sondern um die "Darstellung des Phänomens in seinen religiösen, historischen, politischen und ökonomischen Facetten". Mit großem Gespür für die religiösen Situationen und Gegebenheiten systematisiert er die Orte der Reliquienverehrung und die verschiedenen Arten der Reliquien und verbindet dabei geschichtliche Fakten, Legenden, Traditionen und Überlieferungen zu einer Frömmigkeitsgeschichte, die den Skeptiker wie den Gläubigen gleichermaßen faszinieren kann.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Was von Jesus übrig blieb
Reiner Sörries
Butzon & Bercker (2012)
342 S. : zahlr. Ill.
fest geb.