Wohnt Gott im Gehirn?

Die von zahlreichen Neurobiologen vertretene These, Gott sei nur eine Funktion des Gehirns, hat viele in die finsterste Nacht des Unglaubens gestürzt; andererseits haben Berichte von Nahtoderlebnissen dem Christentum die Deutungskompetenz über den Wohnt Gott im Gehirn? Tod entzogen und esoterische Erwartungen auf ein Eingehen in eine Lichtexistenz beflügelt. Der Philosoph, Theologe und Psychologe H. Goller setzt sich wohltuend kritisch mit diesen gegenläufigen Tendenzen auseinander. Er beleuchtet nicht nur das Feld neurophysiologischer Veränderungen durch Meditation, sondern zeigt auch auf, dass wir keinen archimedischen Punkt jenseits unseres Denkens haben, von dem aus wir religiöses Bewusstsein und Gotteserfahrungen als bloße (Fehl-)Leistungen unseres Gehirns klassifizieren könnten; wer dies tut, muss sich selbst die Frage nach einer Fehlleistung seines Gehirns gefallen lassen. Umgekehrt warnt er aber auch davor, Nahtoderlebnisse als Aussagen über den Tod und das Sein danach zu nehmen; ist doch der Tod ein irreversibler Zustand. Was aber die Diskussion über ein Leben nach dem Tod weiterführt: Manche Nahtoderlebnisse lassen vermuten, dass das Denken nicht so absolut an die Gehirnfunktionen gebunden ist, wie die Neurobiologen glauben. - Ein sehr wichtiges Buch!

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wohnt Gott im Gehirn?

Wohnt Gott im Gehirn?

Hans Goller
Butzon & Bercker (2015)

296 S.
fest geb.

MedienNr.: 786872
ISBN 978-3-7666-1957-0
9783766619570
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re, Ph, Ps
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