Ökonomie, die dem Leben dient
Die Globalisierung der Wirtschaft hat in vielen Fällen die Menschenrechte ins Hintertreffen geraten lassen, vor allem auch deshalb, weil die Staaten ihren politischen Handlungsspielraum zugunsten des Marktes einschränken. Der Autor kritisiert die
Marktgläubigkeit und deren sogenannte Selbstheilungskräfte, die auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Unternehmensziele und die Macht der transnationalen Konzerne, denen die Interessen der Investoren und Aktionäre wichtiger sind als die Menschenrechte. Er fordert die Staaten und die Zivilgesellschaft dazu auf, für die Freiheitsrechte, die politischen Beteiligungsrechte und die sozialen Anspruchsrechte einen Rechtscharakter zu erkämpfen und damit den ökonomisch Schwachen und an den Rand Gedrängten eine rechtlich abgesicherte Beteiligung zu ermöglichen. Die Begründungen dafür liegen nicht nur in den allgemeinen Menschenrechten, sondern auch im biblischen Grundethos. - Es sind sehr weit gefasste theoretische Aussagen, deren Durchsetzung wünschenswert wäre, die aber gegenwärtig immer noch zu sehr mit der Wirklichkeit kollidieren. Zur Diskussionsanregung.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ökonomie, die dem Leben dient
Franz Segbers
Butzon & Bercker [u.a.] (2015)
248 S.
fest geb.