Irans Töchter
Zwanzig Frauen mit iranischem oder deutsch-iranischem Familienhintergrund geben in diesem Foto-Text-Band Einblicke in ihre Lebensgeschichte – eine Biografie, die geprägt ist durch die iranische Kultur, durch Musik, Literatur, Kunst und Speisen,
Farben und Gerüche. Lifestylemäßig begleiten Fotos in der Art einer Homestory die Texte bzw. Interviews. Iranische Rezepte und Musik-Playlists, die sowohl die deutsche als auch die iranische Kultur widerspiegeln, geben den individuellen Lebensgeschichten nochmal einen sehr persönlichen Touch. Alle Frauen im Buch erklären sich solidarisch mit den Frauen, die im Iran für die Rechte der Frauen kämpfen. Sie sind der Grund, warum dieses Buch zeigen soll, wie wichtig es ist, in Freiheit leben zu können. Der Wunsch, den feministischen Kampf für Freiheit im Iran gegen Folter und Unterdrückung zu unterstützen, ist allen Frauen gemeinsam. Kritisch anzumerken ist, dass die Frauen in diesem Buch ein privilegiertes Leben führen können und sich in keiner Weise in einer ähnlichen Lage wie Frauen, die im Iran leben, befinden. Allerdings haben alle auf die eine oder andere Weise Weggehen, Ankommen und neue Lebenssituationen erfahren und sind daher besonders sensibilisiert für die schwierige und bedrohliche Situation der Frauen im Iran. Der Einblick in iranische Lebenswelten der gehobenen Art ist interessant, wenn auch nicht repräsentativ. Bei Bedarf an Literatur über eine ganz persönliche im Iranischen verwurzelte Kultur hier in Deutschland akzeptabel.
Annemarie Schreibert
rezensiert für den Borromäusverein.
Irans Töchter
Leyla Piedayesh, Stefanie von Wietersheim, Neda Rajabi
Callwey (2024)
272 Seiten : farbig
fest geb.