Ansgar Brinkmann
Wenn man einem deutschen Fußballer das Prädikat "brasilianisch" gibt, dann will man damit zum Ausdruck bringen, dass er balltechnisch seine Mitspieler deutlich übertrifft, um nicht zu sagen, überragt. Ansgar Brinkmann war so ein Künstler mit dem
Ball. Seine Tricks, seine Dribblings brachten die Fans zur Begeisterung. Aber seine zum Teil unkonventionelle Lebensauffassung und seine Probleme mit der strengen Disziplin, die im Profifußball unbedingt zum Beruf gehört, brachten ihn immer wieder in Schwierigkeiten. So erstaunt dann auch nicht, wenn man die lange Liste der Vereine liest, in denen er seinem Beruf nachging. Aus allen Aussagen von Weggefährten geht hervor, dass er bestimmt ein toller Nationalspieler geworden wäre, wenn, ja wenn er seine Berufsauffassung entsprechend hätte anpassen können. Sein Umgang mit dem Geld und seine Probleme mit einer sportlichen Lebensweise taten ein Übriges dazu, dass er zwar ein durchaus farbiges Leben geführt hat, aber die großen Summen seiner Verdienste wie Schnee in der Sonne geschmolzen sind. Heute, nach seiner Karriere als Profifußballer, hat sein Leben eine seriöse Wendung genommen und er ist als Clubberater, als Spieleragent, als Co-Kommentator im Fernsehen und als Zeitungskolumnist gefragt. Eine ganze Reihe von Fotos ergänzt das unterhaltsam zu lesende Buch. Für Büchereien ist es wohl v.a. in den Regionen interessant, in denen der Name des ehemaligen Fußballprofis auch heute noch bekannt ist.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ansgar Brinkmann
aufgez. von Bastian Henrichs
Delius Klasing (2011)
203, [16] S. : Ill. (überw. farb.)
fest geb.