Nero
Vom Vater eines ermordeten Mädchens wird Ex-Cop und Privatdetektiv Giuliano Nero beauftragt, ihren Fall neu aufzurollen, da offenbar ein Unschuldiger verurteilt werden soll. Dabei stößt er auf die blutige Spur eines Serienkillers, genannt "Der Totengräber",
der das Vertrauten von Einzelgängern gewinnt, sie tötet und deren Wunden wieder vernäht. Im ersten Teil "Das fünfte Opfer" spürt der gewiefte Ermittler den Killer auf, während Nero im zweiten Abschnitt "Archangelsk" nach der Flucht des Psychopathen dessen Spuren bis in seine Heimat und Kindheit verfolgt. Eher notgedrungen schließt sich der Privatdetektiv in der dritten Folge "Copy-Killer" einer geheimen Einheit an, um einem weiteren Serienmörder das Handwerk zu legen. Der Schluss der 2008 beendeten Reihe lässt auf eine Fortsetzung schließen. Ansatzweise standen Thomas Harris' "Roter Drache" und "Das Schweigen der Lämmer" Pate bei dieser Miniserie, in der ein empathiefähiger Detektiv zunehmend selbst in den Bann seines Jagdobjekts gerät. Allerdings wirkt der Übergang von Band zwei zum dritten Teil reichlich konstruiert. Erfreulicherweise setzt der in düsterer Grafik gehaltene "Nero" weniger auf Action denn auf sorgfältige Recherchearbeiten, die stets zu einer überraschenden Auflösung führen. Streckenweise wirkt der tiefgründig gedachte Off-Kommentar des Ich-Erzählers aber etwas aufgesetzt, um das dramatische Geschehen mit unnötigem Pathos aufzuladen. Für größere Bestände geeignet.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.
Nero
Szenario: Alex Crippa. Zeichn.: Andrea Mutti
Egmont vgs (2011)
Ehapa Comic Collection
174 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.