Scheitern als Erfolg
Um es gleich vorab zu klären: In dieser Graphic Novel geht es nicht um asiatische Kampfkunst. Der Autor erzählt, wie er 2001, als die Dotcom-Blase an der Börse platzte, mit seiner spanischen Internetfirma pleite ging und sein ganzes Vermögen verlor.
Schritt für Schritt erfährt die Leserschaft in der rückwärts erzählten Geschichte immer mehr über einzelne Entscheidungen und Weichenstellungen, die zu diesem Verhängnis führten. Zu einzelnen Sachverhalten bietet ein fernöstlicher Meister, Yan, hintergründige Erklärungen, denn Kung-Fu meint eigentlich eine Fertigkeit, die man über große Anstrengung erwirbt. Die autobiografische Story wird mit einfachen, die jeweilige Situation gut in Szene setzenden Schwarz-weiß-Zeichnungen, für die zusätzlich ein Grünton verwendet wurde, illustriert. Und der Autor: als er nur noch 5 Euro in der Tasche hatte, begann er mit einem neuen Unternehmen der Filmkunst, mit dem er einige Jahre später wieder Erfolg hatte. Gäbe es doch immer solch ein Happy End im Geschäftsleben. Ein an einem Fallbeispiel dargebotener interessanter und unterhaltsamer Wirtschaftscomic für viele Büchereien mit grafischer Literatur.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Scheitern als Erfolg
David Cantolla ; Juan Diaz-Faes
Egmont (2013)
Graphic Novel
276 S. : überw. (farb.)
kt.