Der große Tote - 6. Bresche
Während Pauline und Gaëlle mit Fahrrädern versuchen, auf dem Land Erwan und Blanche zu finden, dauern die katastrophalen Ereignisse an. Denn nicht nur, dass nach dem Erdbeben jegliche Infrastruktur zerbrochen ist, so ist Erwan auch davon überzeugt,
dass Blanche aus kindischer Laune heraus Menschen tötet. Er beschließt, sich von ihr zu trennen. Unterdessen findet auch in der "kleinen Welt" ein schrecklicher Mord statt, der weiteres Unheil auslösen wird. Als Leser dieses nunmehr 6. Bandes (zuletzt: BP/mp 15/800) wird man Zeuge all der gewichtigen Folgen einer namenlosen Katastrophe. Dass ein Kind, ausgestattet mit übernatürlichen Kräften, diese im Unglück nicht zum Guten einsetzt, sondern das Leid noch zu steigern vermag, kann einen fassungslos machen - dies ist der große finale Schock dieser Fantasy-Graphic Novel. Möglich, dass dem geübten Comic-Leser die Bildsprache dieses Bandes relativ konventionell erscheint. Umso außergewöhnlicher entwickelt sich jedoch die Handlung mit ihren beiden verschränkten Katastrophenverläufen. Als Cliffhanger auf ein weiteres Verbrechen zu setzen, das in beiderlei Welten ungeahnte Verläufe noch beschleunigen wird, reicht, um dem nächsten Band entgegenzufiebern.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Der große Tote - 6. Bresche
nach einer Idee von Loisel. Zeichn.: Mallié
Egmont-Verl. (2016)
Der große Tote ; 6
58 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.