Das Überleben der Spezies
Diese graphische Erzählung geht mit dem gegenwärtigen Finanzkapitalismus hart ins Gericht. Das Kapital hat sich verselbstständigt. Seine Vermehrung ist zum Selbstzweck gieriger Einzelpersonen, repräsentiert durch einen Monopoly-Mann, geworden,
die in ihrem Handeln von skrupellosen Börsenmaklern (ein Maskenmann) und Managern (in Generalsuniform) gestützt werden. Politiker und kritische Journalisten stören nur die Geschäfte und werden gefügig gemacht oder kalt gestellt. Die Gesellschaft, ein Heer von austauschbaren Legomännchen, leistet die Arbeit, bekommt aber kaum etwas von den Erträgen ab. Die menschliche Gesellschaft gerät so an den Abgrund, es sei denn, so die Botschaft am Ende, der Einzelne versucht etwas an diesen Zuständen zu ändern. Diese plakativ-bissige, flott und dank ihrer Beispiele anschaulich, dabei manchmal sprunghaft erzählte Kapitalismuskritik aus der Feder eines belgischen Sozialwissenschaftlers und Ökonoms, der u.a. als Kolumnist für die bekannte französische Zeitung 'Le Monde' arbeitet, regt zum Nachdenken und zur Diskussion an. Für ausgebaute GN-Bestände.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Überleben der Spezies
Paul Jorion ; Grégory Maklès
Egmont vgs (2014)
118 S. : überw. Ill.
fest geb.