Tschernobyl

Vor 30 Jahren geriet im damals sowjetrussischen (heute ukrainischen) Tschernobyl ein Atomreaktor außer Kontrolle und löste die schlimmste zivile atomare Katastrophe aus, deren Folgen für Mensch und Umwelt noch heute in der Region allgegenwärtig Tschernobyl sind. In dieser beeindruckenden Graphic Novel erzählen die spanischen Autoren und Zeichner, teils in der Gegenwart und teils in Rückblenden in das Jahr 1986, aus der Sicht mehrerer Generationen einer fiktiven Familie reportageartig von diesem Atomunfall: Vom Schicksal der Großeltern Leonid und Salta auf ihrem kleinen Hof in der Sperrzone, von Vladimir, der bei der Katastrophe im Reaktor verstrahlt wird und zu den ersten Todesopfern gehört, und seiner schwangeren Frau Anna, die vor dem Crash in der nahegelegenen Vorzeigestadt Prypjat wohnen; von ihrem Sohn Yuri, der wie alle Bewohner bald aus der Stadt zwangsevakuiert wird und mit seiner dann geborenen Schwester Tatjana heute auf einen Besuch in die Geisterstadt und die Sperrzone zurückkehrt. Illustriert ist die Erzählung mit schroffen, ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die eine starke Rücknahme der Textanteile erlauben. Der Titel, der den LeserInnen die Folgen einer Atomkatastrophe sehr eindringlich vor Augen führt, wird mit Nachdruck empfohlen.

Siegfried Schmidt

Siegfried Schmidt

rezensiert für den Borromäusverein.

Tschernobyl

Tschernobyl

Natacha Bustos ; Francisco Sánchez
Egmont (2016)

Graphic novel
189 S. : überw. Ill. (z. T. farb.)
kt.

MedienNr.: 585416
ISBN 978-3-7704-5525-6
9783770455256
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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