Die Bärin
Es ist Herbst und die Bärin bereitet sich auf den Winter vor: noch ein bisschen Fett ansetzen, eine Höhle für den Winterschlaf finden ... Als sie eines morgens aufwacht, ist aus einem Samenkorn, das wohl in ihrem Fell hängengeblieben war, ein Pflänzchen
gewachsen – Symbol für ihre bevorstehende Niederkunft. Den üppigen Frühling durchstreift sie nun mit ihrem Bärenkind. – Das Buch ist ein kleines Wunder, es lebt von Zurückhaltung, Andeutung, Symbolen, Lebensbejahung und fokussierten Illustrationen. So ziehen einen sowohl die kargen, abstrakten Herbst- und Winterillustrationen als auch die farbenfrohen, lebensbejahenden Pflanzendarstellungen sofort in Bann! Die Bärin selbst wird mit feiner und dichter Strichsetzung fast realitätsnah abgebildet und wird damit zu einer kraftvollen Leitfigur. Die Geburt des Bärenkindes wird mit keinem direkten Wort thematisiert, die gewählte Symbolik spricht für sich und vermittelt eine wohltuende Ruhe und Zurückhaltung. Ein ganz besonderes, wertvolles Buch, das ein intensives Betrachten verdient; geeignet für Kinder ab 5 Jahren. Allen Beständen empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Bärin
José Ramón Alonso ; [Illustrationen:] von Lucia Cobo ; aus dem Spanischen von Christian Bosse
Freies Geistesleben (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5