Hugo sein
Seltsame Dinge passieren mit Hugo: Als er am Morgen aufwacht, fühlt er sich, als bestünde sein Körper aus chaotischen Strichen. Und auch an den folgenden Tagen scheint er nicht er selbst zu sein: Punkte, Schnörkel, Nebel, Spiralen oder Stachel
scheinen seine Figur zu umreißen, was sich auch auf sein Inneres auswirkt. Ob dieser Zustand lange anhält? – Dieses Bilderbuch widmet sich den Stimmungsschwankungen, denen auch Kinder manchmal ausgesetzt sein können. Das Innere wirkt auf das Äußere: die Bilder zeigen Hugos Figur im ganzen Spektrum der grafischen Möglichkeiten. Seine Verwandlungen sind manchmal komisch und manchmal verstörend; sie gehören wohl zu einem Reifungsprozess, der auch im Alter noch nicht abgeschlossen ist. In den Bildern wird diese Entwicklung sehr anschaulich vorgeführt: Hier wird die ganze Palette an Abstraktion und Gegenständlichkeit, an linearer Zeichenkunst und malerischer Dynamik aufgefahren. Die Geschichte ermuntert die jungen Leser:innen zur Introspektion: wie fühle ich mich heute, was freut mich, warum rege ich mich auf? Unser Innenleben wirkt auch auf unser Umfeld und unsere Mitmenschen. Und auch sie können von "verrückten" Körperwahrnehmungen betroffen sein. In der Kunst des frühen 20. Jhds. ist das Thema des Menschenbildes vielfach problematisiert worden. Dass dieses Thema auch für Kinder relevant ist, wird in diesem Buch in leichter, humoriger Weise vor Augen geführt.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Hugo sein
Sergio Olivotti ; Giulia Pastorino ; Übersetzung: Nicola von Velsen
Hatje Cantz (2026)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6