Schönheit & Revolution
In schönster Kooperation haben das Frankfurter Liebighaus und das Städel-Museum eine Ausstellung zum Klassizismus konzipiert, deren großformatiger Katalog hier vorliegt. Dieser Stil markiert zum einen das Ende der Aufklärung und setzt zum anderen
einen (mit seiner strengen und kühlen Ästhetik) stabilisierenden Faktor in der politisch und gesellschaftlich so unruhigen Zeit des nachrevolutionären Europa. Als Bezugsgröße galt die klassische Antike mit ihrem Wahrheits- und Schönheits-Ideal, wovon die Gemälde Davids, die Skulpturen Canovas und Thorvaldsens und die Grafiken Flaxmans Ausdruck geben. Ausführlich erläutern die Katalogbeiträge, welche Blüten die Antiken-Rezeption trieb, aber auch welche künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten gesucht wurden, um mit dem Regelkanon der Antike zu brechen. So zeigt der Katalog auf, dass der Klassizismus nicht allein dem konservativen Traditionalismus verpflichtet ist, sondern er bspw. mit seiner Tendenz zur Abstraktion einen Weg in die Moderne weist. - Gerne empfohlen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Schönheit & Revolution
[Hrsg.: Maraike Bückling ...]
Hirmer (2013)
360 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.