Über Muscheln laufen
Die zehn Kurzgeschichten der aus Kamerun stammenden US-Autorin geben den Lebensalltag der Generation wieder, deren Eltern aus Kamerun stammt. Sie schildert den Alltagsrassismus genauso wie die Träume und Vorstellungen der Eltern auf ein besseres Leben
für die Kinder. Die Werte von Bildung und harter Arbeit – Anwältin, Ärztin oder Ingenieurin sind die einzigen akzeptieren Berufe – werden genauso thematisiert wie die soziale Kontrolle durch die Community, der Glauben und der Aberglauben. Aber sie erzählt auch von Verschleppung durch die Boko Haram, von Selbstmordattentätern und Versuchen an Menschen durch die Kolonialmacht. – Die Geschichten sind zum größten Teil keine einfache Kost, aber es werden Facetten einer gesellschaftlichen Gruppe gezeigt, mit der die wenigsten direkten Kontakt haben. – Das preisgekrönte Debüt der Autorin ist für eine anspruchsvolle Leserschaft sehr zu empfehlen.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Über Muscheln laufen
Nana Nkweti ; aus dem Englischen von Hannes Köhler
Peter Hammer Verlag (2024)
249 Seiten : Illustrationen
fest geb.