Das längste Picknick der Welt
Die Sonne lacht, es ist Zeit für ein Picknick. Das will gut vorbereitet sein: Schneckenkraut und Erdbeerquark füllen die Schalen und Körbe. Als Ziel haben sich die Schnecken Anna, Otto und Izzi eine Lichtung ausgesucht. Dort angekommen, bemerken
sie, dass die Kleeblattschorle vergessen wurde! Otto macht sich auf den Rückweg, um sie zu holen, aber er fordert von seinen Freunden, nichts anzurühren, ehe er wieder da ist. – Dass die zeitlichen und räumlichen Dimensionen für die Kriechtiere ganz andere sind als für uns, macht den hintergründigen Witz dieser Bilderbuch-Geschichte aus. Der Elan der drei Freunde erscheint begrenzt, wenn man sie über viele Monate hinweg ihr Ziel ansteuern sieht. Auf ihrer Tour erleben sie zwei ganze Winter, ohne dass sie ihren Proviant auch nur anknabbern – heldenhaft! Schon kleine Kinder werden an den fröhlichen Bildern ihre Freude haben und den älteren werden die lange Zeitdauer und die für Schnecken so weite Wegstrecke gewahr werden. Einmal die Schnecken-Perspektive einzunehmen, kann also lehrreich sein – amüsant ist diese Lese-Erfahrung allemal!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das längste Picknick der Welt
Jörg Bernardy ; Illustration: Katja Spitzer
Peter Hammer Verlag (2025)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4