Abschied von der Heimat
Als Fünfjährige wird Erika 1929 aus dem Rheinland zu ihrer Tante nach Böhmen in das Städtchen Hohenfurth geschickt. Erst nur für ein Jahr geplant, bleibt sie und verbringt dort Kindheit und Jugend. Sie wächst zu einer selbstbewussten jungen Frau
heran, verliert ihre erste Liebe im Krieg und engagiert sich mehr und mehr im Widerstand. Coelestin, ein Bekannter, der ihr schon in Kindertagen zugesetzt hat, macht im NS-Umfeld Karriere und macht ihr auch später das Leben schwer. Mit dem Marineoffizier Heinz kann sie sich dann eine glückliche Zukunft vorstellen. In der böhmischen Heimat wir die Stimmung zusehends feindlich den Deutschen gegenüber. Nach Kriegsende erhält ihre Tante, wie alle hier ansässigen Deutschen, den Befehl, die Heimat umgehend zu verlassen. Am Ende des ersten Bandes der Böhmischen Familiensaga steht die Deportation ins Ungewisse. - Basierend auf ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt Sonnberger vom Leben in Südböhmen zur Zeit des Nationalsozialismus. Das offene Ende lässt den zweiten Band der Trilogie mit Spannung erwarten. Wenn das Buch auch einige Längen hat, zeichnet es doch liebevoll Landschaft und Menschen in Böhmen und die Entwicklungen der Zeit. Die Serie wird sicherlich viele Leser/-innen finden und wird darum gerne empfohlen.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Abschied von der Heimat
Gabriele Sonnberger
lübbe (2021)
524 Seiten : Karte
kt.