Der Liebe eine Stimme geben
Nachdem Beth ihren Mann aus ihrem Cottage auf der Insel Nantucket hinausgeworfen hat, weil er fremdgeht, beginnt die dreifache Mutter und Hausfrau wieder - wie vor ihrer Ehe - zu schreiben. Inspiriert durch die Erinnerung an eine Szene am Strand, wo
ein kleiner Junge stundenlang Steine im Sand aneinandergereiht hat, schreibt sie eine Geschichte über einen autistischen Jungen. Sie ahnt nicht, dass sie vom Leben eines Jungen erzählt, der in ihrer Nachbarschaft gewohnt hat, und dessen Mutter sie kennenlernt. - Genova bedient sich einer im Präsens gehaltenen Sprache und einer filmischen Darstellungsweise, die das Beschriebene von außen und detailgenau fokussiert. Damit lässt sie den Leser in die Wahrnehmung der Welt von Autisten eintauchen. Die feinfühlig gezeichneten Figuren und ihr sensibler Umgang miteinander rufen dazu auf, die Krankheit anderer auch als Chance zu sehen, eigene Lebens- und Verhaltensformen infrage zu stellen. (Übers.: Veronika Dünninger)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Liebe eine Stimme geben
Lisa Genova
Lübbe Paperback (2013)
348 S.
kt.