Das Mädchen von weit weg
An einem eiskalten Winterabend im Wald klopft ein Mädchen an die Tür eines Hauses. Die Bewohnerin ist nicht erfreut über den nächtlichen Gast. Am nächsten Morgen schickt sie das Mädchen fort und plötzlich lastet die Einsamkeit auf ihr. - Eine
kurze Begegnung zweier fremder Menschen kann alles in deren Leben verändern. Ohne die aktuellen Ereignisse explizit zu erwähnen, behandelt diese Geschichte die Themen Fremdheit, Verantwortung, Großherzigkeit, Menschlichkeit. Gerade weil das Setting mit Kindern vertrauten, märchenhaften Elementen ausgestattet wird, und auch weil man von beiden Figuren kaum etwas erfährt, ist die Wirkung auf den Leser umso größer, denn es geht um Grundsätzliches: bin ich offen für Mitmenschen und bereit, mich von ihnen prägen zu lassen? Grundschulkinder werden von diesen Impulsen profitieren und vielleicht auch zu eigenen Gedanken angeregt werden. Die schöne, einfache Ausstattung des Buches unterstützt dies: die Zeichnungen eröffnen in ihrer Schlichtheit und dem minimalen Dekor einen Erfahrungsraum, der ins eigene Leben hineingreift.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Mädchen von weit weg
Annika Thor ; Maria Jönsson
Oetinger (2016)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5