Frauen, die die Kunst veränderten
Zwar gab es in allen Jahrhunderten weltbekannte Künstlerinnen - etwa in der Renaissance die Porträtistin Sofonisba Anguissola aus Cremona, im Barock die Römerin Artemisia Gentilleschi oder im 19. Jh. die französische Tiermalerin Rosa Bonheur. Der
Mehrzahl begabter junger Malerinnen und Bildhauerinnen war jedoch die längste Zeit der Weg in die Kunstwelt verwehrt. Vor 400 Jahren war es begabten Töchtern kaum möglich, eine Ausbildung in einer männlichen Malerwerkstatt zu absolvieren, und selbst als Kunstakademien endlich Frauen zum Studium zuließen, fürchteten Eltern noch bis weit ins 20. Jh. den zweifelhaften Ruf dieser vermeintlich lasterhaften Etablissements. So war die Kunstwelt bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts weitgehend männlich dominiert. Die Autorin hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und stellt hier 60 große Persönlichkeiten vor, die in der Kunst Wegweisendes geleistet haben, um als Künstlerinnen anerkannt zu werden. Auf je einer Doppelseite werden die Künstlerinnen mit einem ganzseitig abgebildeten Werkbeispiel vorgestellt. Sehr interessant und kurzweilig lesen sich die biographischen Notizen und Erläuterungen zum künstlerischen Schaffen jeder Künstlerin. - Dieser sehr ansprechend und übersichtlich gestaltete Kunstband präsentiert mit durchwegs hochwertigen Abbildungen eine interessante Auswahl bedeutender Künstlerinnen von der Renaissance bis heute. Im Anhang findet man eine Liste mit Quellennachweisen, eine ausführliche Bibliografie und ein Register. - Allen Kunstbeständen zu empfehlen!
Margit Pongratz-Luttner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Frauen, die die Kunst veränderten
Debra N. Mancoff
Prestel (2012)
159 S. : überw. Ill. (überw. farb.)
fest geb.