Die Reise, die die Welt veränderte
Auf der Suche nach den Molukken, wo die Gewürznelken wachsen, bricht der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan 1519 mit fünf Schiffen und rund 240 Mannen auf. 1493 hatte der Papst mit seiner „Entdeckungsdoktrin“ christlichen Entdeckern
erlaubt, Länder zu besetzen. Sie segeln auf dem westlichen Seeweg nach Patagonien, passieren die Magellanstraße und Feuerland und überqueren den Pazifik. Ohne Magellan, der auf den Philippinen bei Kämpfen mit Einheimischen getötet wird, erreicht die Mannschaft ihr Ziel und kehrt nach drei Jahren heim. – Das Sachbilderbuch besticht zum einen durch die atmosphärischen Illustrationen, die die Reise zu einem hautnahen Erlebnis machen, Stille und Sturm lebendig werden lassen. Man blickt in den Frachtraum, sieht die Flora und Fauna der Länder sowie die Freudentränen Magellans. Zum anderen ist die seriöse und faktenreiche Darstellung der Ereignisse hervorragend. Die „Entdeckungen“ werden nicht romantisiert, zumal alle Gegenden bereits besiedelt waren. Die Schattenseiten wie Skorbut, Sklaverei, eingeschleppte Krankheiten und die Zerstörung der indigenen Kulturen werden geschichtsbewusst beschrieben. Thekla Priebst gelingt ein mitreißend bebildertes und spannend erzähltes Kapitel Geschichte über Entdeckergeist und Mut, aber auch die Folgen von Kolonialisierung, die bis heute wirken. – Für alle Büchereien!
Melanie Schubert
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Reise, die die Welt veränderte
Thekla Priebst ; aus dem Englischen von Cornelius Hartz
Prestel (2026)
79 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8