Van Gogh
Isabel Kuhl hat ein überaus informatives, reichlich bebildertes, schönes Buch herausgebracht. Über sein Gemälde „Ebene bei Auvers“ aus der Neuen Pinakothek in München schreibt sie u.a.: „Aus Wirbeln blauer und weißer Farbe ballen sich am
Himmel Wolken zusammen, in geraden Pinselzügen sind Felder in Grün- und Ockertönen wiedergegeben, die Wiese im Vordergrund erscheint mit ihren Pinselstrichen in verschiedenen Richtungen dagegen wilder.“ Van Gogh hat es, wie man erfährt, rasch gemalt, aber gekonnt wie kein anderer, werden wohl viele seiner Bewunderer sagen. Der anfangs kaum beachtete Künstler schuf in seinen drei intensiven Schaffensjahren mindestens drei Dutzend Selbstporträts. Die bekanntesten drei – auch im Buch präsentiert – entstanden 1887 bis 1890 (seinem Todesjahr). Nicht aus Eitelkeit, äußerte er sich selbst, habe er sie gemalt, sondern weil er sich kein Modell leisten konnte. – Wenn man einige der großen Werke in einem Museum ansehen kann, ist das sicherlich ein grandioses Erlebnis. Dieses Buch in einer Bücherei zu entdecken und auszuleihen, verspricht allerdings auch einen besonderen Genuss, weil hier Abbildungen vieler Werke aus vielen Museen mit kundigen Kommentaren versammelt sind. Zu diesem günstigen Preis breit zu empfehlen!
Hardy Scharf
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Van Gogh
Isabel Kuhl
Prestel (2026)
111 Seiten : zahlreiche Illustrationen (teilweise schwarz-weiß)
fest geb.