Erlösung - wie und wovon?
Der Augsburger Dominikaner Paul H. Welte (*1930) liest nach seinen langjährigen Erfahrungen als Theologieprofessor in Taiwan (und China) die Heilige Schrift noch einmal vertieft neu, um das Verständnis der Heilsbedeutung der Botschaft und des Werkes
Christi für den Christen und seinen Glauben - auch bei uns in der westlichen Welt, wo wir seit über 1000 Jahren darüber nachdenken - neu zu reflektieren. In seiner gründlichen Darstellung weist er den Zugang zum Reichtum des Heiles Christi vor allem im Johannesevangelium (u.a. Joh 8,10: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen") nach, greift den Begriff der Versöhnung (in den Paulusbriefen) und des Neuen Bundes auf und stellt Christi Kreuzestod als Pascha seines Heilswerkes dar. Wer sein Neues Testament mit Paul Weltes nicht ganz einfach zu lesenden theologischen Gedanken zum Heil und der Erlösung durch Christus als Begleitung wieder einmal neu und genau liest, wird (vielleicht) auch Weltes Schlusssatz klarer verstehen: "Gott, den Jesus in seinem Wirken und Lehren, in seinem Sterben und Auferstehen gezeigt hat, ist als Vater offenbart worden, der seinen Söhnen und Töchtern - auch nach dem Ausstieg oder der Revolte - mit großer Freude bei sich Aufnahme schenkt." - Für Büchereien mit Lesern, die für anspruchsvolle theologische Lektüre aufgeschlossen sind, eine mögliche Anschaffung.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Erlösung - wie und wovon?
Paul H. Welte
Pustet (2012)
192 S.
kt.