Stille Nacht, aufgewacht
Ludwig Pritscher will mit seinem Buch verhindern, dass wir „Weihnachten verschlafen“. Dies gelingt dem Autor, der sich sensibel und zugleich nachdenklich mit der Bedeutung von Weihnachten auseinandersetzt. In kurzen, wenige Seiten umfassenden Artikeln
greift er wesentliche Elemente der Advents- und Weihnachtszeit auf, eingeleitet von provokanten Überschriften wie z.B. „Komm mit ins Abenteuerland“, “Schafft Weihnachten ab – Josef hat alles zugegeben“ oder „Du guckst so blöd aus Christbaumkugeln“. Im Zentrum steht die Frage, wieviel von der ursprünglichen Tiefe und Spiritualität der „Stillen Nacht“ und des Festes in unserer heutigen, oft hektischen Welt noch spürbar ist. Pritscher hinterfragt oberflächliche Weihnachtstraditionen und regt dazu an, den Kern der Botschaft neu zu entdecken. Das Buch ist verständlich geschrieben und setzt kein Theologiestudium voraus. Es richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für theologische Fragen, kulturelle Geschichte, Spiritualität, kulturelle oder gesellschaftliche Entwicklungen interessieren. Es eignet sich besonders für die Advents- und Weihnachtszeit, kann aber auch gut „dazwischen“ gelesen werden. Es eignet sich sowohl für die private Lektüre als auch für die Vorbereitung von Gesprächsabenden, Wortgottesdiensten, Weihnachtsfeiern und den Religionsunterricht mit älteren Jugendlichen.
Siegfried Heinemann
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Stille Nacht, aufgewacht
Ludwig Pritscher
Verlag Friedrich Pustet (2025)
112 Seiten
kt.