Das Sägewerk

Der Ich-Erzähler dieses kurzen (knapp 150-seitigen) Romans beschreibt hier, wie er Anfang der 50er Jahre nach nicht bestandenem Abitur zwei Jahre in einem Sägewerk im Loiretal arbeitete, bevor er zum Militär ging. Mit einem überaus realistischen, Das Sägewerk zum Teil spröden, aber deshalb umso authentischeren Stil beschreibt er die extremen Bedingungen, unter denen er und die anderen Arbeiter schuften müssen: unerträgliche Hitze im Sommer, furchtbare Kälte im Winter, ein Chef, der seine Untergebenen hemmungslos und zum Teil sadistisch ausbeutet, und eine schonungslose Rivalität unter den Männern. Nur mühsam versteht der Erzähler es, sich hier zu behaupten, ja körperlich und auch seelisch an Stärke zu gewinnen, bis er nach Ablauf von zwei Jahren endlich die ersehnte Einberufung zum Wehrdienst bekommt. - Das Buch wurde wohl um 1953 geschrieben, aber erst 1975 durch den französischen Schriftsteller Pierre Gripari herausgegeben. Es gibt gute Gründe, anzunehmen, dass es sich bei dem Autor der autobiographischen Erzählung um Griparis Bruder handelt. Dieses Buch nimmt - so kurz es ist - bei der Lektüre mit, doch es ist in jedem Fall lesenswert.

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Sägewerk

Das Sägewerk

Anonym ; aus dem Französischen von Konstantin Meisel
Verlag Klaus Wagenbach (2020)

Wagenbachs andere Taschenbücher ; 832
158 Seiten
kt.

MedienNr.: 968100
ISBN 978-3-8031-2832-4
9783803128324
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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