Unverdächtig

Dies ist der vierte Roman eines jungen bretonischen Autors und leider der einzige, der bisher ins Deutsche übersetzt wurde. Er spielt in der tiefsten Provinz, an der Küste. Da sind Sam und Lise, ein junges Liebespaar, ohne Geld, aber voller Hoffnung Unverdächtig auf ein besseres Leben. Und dann gibt es die Alteingesessenen wie Henri, der es geschafft hat und durch Auktionen reich geworden ist, aber einsam geblieben ist. Der wirft ein Auge auf Lise, heiratet sie, wobei Sam als Bruder ausgegeben wird und als Trauzeuge auftritt. Sam und Lise haben einen verwegenen Plan, um ans große Geld zu kommen: eine vorgetäuschte Entführung. Aber der einfältige Henri hat einen ausgebufften Bruder und einiges geht schief. - Die Handlung erinnert an Filme Chabrols oder Hitchcocks, an Chansons von Brel und Flauberts "Madame Bovary". Ein kleiner Roman mit sehr französischer Atmosphäre. Man ahnt bald, wie er ausgeht, liest aber gebannt weiter und wird am Schluss doch ein wenig überrascht. Ein Buch für den Strand, das einlädt zum Träumen, ein Buch, das glücklich macht. (Übers.: Hinrich Schmidt-Henkel)

Dietmar Adam

Dietmar Adam

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Unverdächtig

Unverdächtig

Tanguy Viel
Wagenbach (2007)

Quartbuch
129 S.
fest geb.

MedienNr.: 277312
ISBN 978-3-8031-3212-3
9783803132123
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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