Der letzte Patriarch
Beginnend mit der Familiensaga über seine Geburt, seine verwöhnte Kindheit und die zunehmenden Wutausbrüche, vor denen alle erstarrten, beschreibt die Erzählerin auf 346 Seiten das Leben und die Entwicklung ihres Vaters, seine Heirat mit ihrer
Mutter, deren brutale Unterdrückung, die sie selbst als Kind und Jugendliche auch erdulden musste. Jedoch schafft sie es, sich aus dieser psychischen Abhängigkeit zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Auch wenn es sich hier um eine Familie in Marokko handelt, stehen doch die allgemeingültigen psychologischen Faktoren, die zu Gewalt in der Familie führen, im Vordergrund. - Fesselnd, klar analytisch, mitfühlend und packend, ohne zu verurteilen, ist dieser Roman verfasst. Lesenswert. (Übers.: Isabel Müller)
Ruth Rosenberg
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der letzte Patriarch
Najat El Hachmi
Wagenbach (2011)
Quartbuch
345 S.
fest geb.