Wo Rom aufhört
Ida verlässt 1938 ihr kleines sardisches Dorf, um ihre Schwester Agnese, die nach Rom verheiratet wurde, bei der Hausarbeit zu unterstützen. Herausgerissen aus ihrer vertrauten Umgebung, versucht die Zwölfjährige sich im Neubauviertel Centocelle
unter den meist fremden Menschen zurechtzufinden. Trotz ihrer Entwurzelung darf Ida in Rom wenigstens wieder zur Schule gehen. Die Menschen, die in diesem Viertel wohnen, sind vor allem Arbeiter und eher Gegner der regierenden Faschisten. So bilden sich Widerstandsgruppen, die ab 1943 mit den Partisanen gegen die Deutschen kämpfen. Ida übernimmt gefährliche Botengänge und muss sich eines Tages, um nicht verhaftet zu werden, in einer Höhle am Rande Roms verstecken. Allein und voller Angst durchlebt die inzwischen junge Frau noch einmal die Traumata der vergangenen Monate. Gleichzeitig träumt sie aber auch noch von ihrer unbeschwerten Kindheit daheim in Sardinien und von ihrem Verlobten Antonio. Als die Amerikaner endlich in Rom einrücken, könnte für Ida eine wunderbare Zeit beginnen, doch im allgemeinen Jubel erklärt ihr Antonio kaltherzig, dass er bald schon eine Andere heiraten wird. - Ein sehr einfühlsam geschriebener Roman über die letzten Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs in Rom, gesehen mit den Augen eines jungen Mädchens auf dem Weg zur Frau. Zu empfehlen. (Übers.: Antje Peter)
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wo Rom aufhört
Paola Soriga
Wagenbach (2014)
155 S.
kt.