Denen man vergibt
Das englische Ehepaar David und Jo ist von Freunden zu einer extravaganten Party in deren mondäner Villa mitten in der marokkanischen Wüste eingeladen. Auf dem Weg dorthin überfährt der alkoholisierte David einen Einheimischen. Kurze Zeit später
erscheint der Vater des Getöteten auf der Party und fordert, dass David mitkommt und bei der Beerdigung seines Sohnes in einem abgelegenen Dorf anwesend ist. David willigt ein. Während er auf der Fahrt und im Dorf den Einheimischen ungewollt immer näherkommt, lässt sich seine Frau Jo auf der drogenschwangeren Party von einem Gast verführen. Als David am nächsten Tag unversehrt wiederkehrt, hat sich für ihn und Jo, deren Beziehung längst sehr zerrüttet war, viel verändert. Doch auf dem Heimweg geschieht eine Katastrophe. - Lawrence Osborne ist ein erstklassiger Romancier. Mit viel Empathie und erzählerischer Kompetenz entführt er den Leser in die Handlung seines Romans, mit viel psychologischer Finesse entlarvt er mit jeder Seite des Buches mehr das Wesen seiner Protagonisten. Absolut lesenswert, denn auch die deutsche Übersetzung von Reiner Pfleiderer ist stimmig!
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Denen man vergibt
Lawrence Osborne
Wagenbach (2017)
267 S.
fest geb.