Schwarzlicht

Die Ich-Erzählerin ist Jahrgangsbeste der Kunstakademie von Buenos Aires und erhält deshalb die Stelle bei einer Bank, die Kunstwerke taxiert, um damit Kredite abzusichern. Ihre Chefin Enriqueta weist sie bald darin ein, wie sie seit Jahren gefälschte Schwarzlicht Bilder für echt erklärt. Dahinter steckt ein ganzer Kreis von verarmten Künstlern, die mit den Fälschungen ihren Lebensunterhalt verdienen, und ein Team von eingespielten Zuträgern, die die Beziehungen zu gutgläubigen Sammlern herstellen, denen allein die Reputation Enriquetas genügt. Als diese unerwartet stirbt, übernimmt die Erzählerin ohne Zögern die für alle Beteiligten lukrativen Geschäfte. Weil ihr der Boden aber bald zu heiß wird, wechselt sie als Kunstkritikerin zu einer Zeitung. Dort aber wegen mangelnden Engagements entlassen, sucht sie Kontakt zu Nera, einer der begnadeten Fälscherinnen. Nachforschungen ergeben aber nur, dass diese möglicherweise völlig verarmt auf Ibiza lebt. Je mehr sie von Nera erfährt, desto verwirrender wird deren Existenz. Um wieder Geld zu verdienen, stellt sie für eine Auktion den Katalog eines fingierten Nachlasses zusammen. Dazu gehören auch die gefälschten Bilder von Lydi, einer ehemals schillernden Wiener Porträtmalerin. Jahre später fliegen durch einen dummen Zufall diese Aktion und auch all die anderen Fälschungen auf. - Was ist echt, was ist falsch? Wer existiert und wer nicht? Ein kurioses Kaleidoskop von vielleicht unbeantwortbaren Fragen, wahren und möglicherweise falschen Antworten, die den Leser gut unterhalten und am Ende ein wenig ratlos zurücklassen. Empfehlenswert!

Josef Schnurrer

Josef Schnurrer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schwarzlicht

Schwarzlicht

Maria Gainza ; aus dem argentinischen Spanisch von Peter Kultzen
Verlag Klaus Wagenbach (2023)

154 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 752396
ISBN 978-3-8031-3360-1
9783803133601
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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