Das Leben ist kein Gurkensandwich
Constanze Harding, eine etwas verwöhnte Mittfünfzigerin (verheiratet, zwei halbwüchsige Kinder, ein Papagei sowie eine Haushälterin) ist die Ich-Erzählerin dieses Romans. Constance beginnt ein Blog zu führen, ein virtuelles Tagebuch also, um
ihr manchmal etwas trübsinniges und einsames Hausfrauendasein zu beleben. In diesem Blog plaudert Constance auf sehr unterhaltsame Weise über ihr Leben und ihre Erlebnisse: über ihren Ehemann, der sie kaum noch beachtet, über den Sohn, der noch immer keine feste Freundin hat, und die Tochter, die in der schwierigen Phase der Selbstfindung steckt, über die unfähige Haushälterin, die ihre Reizwäsche im ehelichen Schlafzimmer trocknet und über viele andere Dinge, die sie bewegen. Als sich die Ereignisse dramatisch zuspitzen, muss Constance einigen Wahrheiten ins Auge sehen und eine Lösung für sich finden. - Die turbulente Geschichte in Tagebuchform erzählt in oft witziger Form und mit einem Augenzwinkern das Auf und Ab im Leben dieser Frau aus der englischen Upper Class. Der locker amüsante Ton täuscht nur anfangs darüber hinweg, dass es hier nicht nur um Belanglosigkeiten geht, sondern um manchmal schwierige menschliche Beziehungen und Probleme. Viele Frauen im gleichen Alter werden sich und ihre Gedanken, Befürchtungen und Sorgen in Bezug auf Mann, Kinder, Verwandtschaft wiedererkennen und mit Amüsement die Irrungen und Wirrungen der Heldin verfolgen. Überall empfehlenswert.
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Leben ist kein Gurkensandwich
Ceri Radford
Wunderlich (2011)
394 S.
kt.